Das Leben als berufstätige Mutter: Gastbeitrag – Weddingplaner Nadja Dotzauer

Hallo ihr Lieben,
heute habe ich einen kleinen Gastbeitrag von der lieben  Nadja aus München, von der Agentur Traumhochzeit für euch. Auch für sie war es nicht leicht nach der Geburt ihrer Zwillinge wieder ihren Weg zu finden, doch lest selbst:

SCHWANGER … Ich bin schwanger …
Laut loslachen oder –heulen? In dem Moment wusste ich es nicht! Ich, die Karrierefrau in Person. Ich, die jahrelang Bücher studierte für einen guten Abschluss. Ich, die es schaffte mit Fleiß und viel Arbeit die Karriereleiter hochzuklettern – ich soll schwanger sein?
Natürlich wuchs die Vorfreude mit jedem Ultraschall, mit jedem Zentimeter gewachsenen Bauchumfang und mit jedem Treten der zwei. Zwei? Ja, Zwei! Zwillinge.
Und dennoch ebbte die Frage nach dem „und dann?“ nie ab. Die Frage, was danach passieren würde.
Die Schwangerschaft verlief unsagbar unkompliziert und auch die Geburt war wie aus dem Bilderbuch. Die Zwillinge wurden ein Jahr alt und meine Ängste nach der ungewissen Zukunft wurden immer mehr zur psychischen Belastung.
Vor der Schwangerschaft war ich Restaurantmanager in einem Münchner 4-Sterne-Hotel. Schichtdienste, 50-60 Stundenwoche und monatelanges Arbeiten ohne einen freien Tag am Wochenende waren keine Seltenheit. Und dennoch – ich liebte und lebte meinen Job.
Aber mit Kindern? Nein.
Meine Mädchen 40 Stunden in die KiTa stecken? Mit Arbeitgebern diskutieren über Urlaub in den Ferien oder bei Krankheit der Kleinen? Abstufung meiner Kenntnisse „nur“ weil ich Mutter bin?
Dennoch was bleibt mit denn übrig? Ich könnte Frühstückskellnerin werden, oder vielleicht auch Teilzeit in einer Bäckerei arbeiten. Doch das sind Gedanken, die eine junge Karrierefrau wie mich in den Wahnsinn treiben können. Nächtelang habe ich mit meinem Mann unter Tränen über die Möglichkeiten diskutiert, Optionen abgewägt und Alternativen besprochen.
Das Einzige was mir blieb, war der Einstieg in die Selbstständigkeit, doch dafür war ich zu ängstlich, hatte nicht den Mut oder auch das Selbstvertrauen und schon gar nicht die zündende Idee.
Die Lust endlich wieder zu arbeiten, mich zu beweisen, meine Kenntnisse einsetzen zu dürfen, stieg ins Unermessliche und so begann ich, in der Firma meines Mannes zu arbeiten. Kleine Aufgaben und Jobs zu verrichten, ihn ein wenig zu unterstützen.
Aber Texte zu verfassen für eine Firma, die im Robotik-Bereich tätig ist, hatte natürlich nichts mit dem zu tun, was ich liebte: die Dienstleistung, die Organisation, das Arbeiten mit Menschen.

Unsere Töchter waren zweieinhalb Jahre alt, da meinte es das Schicksal wieder einmal gut mit mir – ja, manchmal erledigen sich die Dinge doch wie von selbst.
Durch meinen Mann kam ich zur Agentur Traumhochzeit – einem offenen Franchisesystem für Weddingplaner. – Ich sollte vielleicht erwähnen, dass es ein Jugendtraum von mir ist, Hochzeitsplaner zu werden. – Zurück zur Agentur: Sie bot mir die Möglichkeit der Selbstständigkeit mit einem starken Partner, langjährigem Know-How und dem richtigen Marketing im Hintergrund. Ein Franchise-System wie ich es mir nur wünschen konnte. Meine Arbeit als Weddingplaner, meine Dienstleister und Co. darf ich völlig frei nach eigenem Ermessen gestalten und wählen. Ich bin an keine festen Abläufe oder Richtlinien gebunden, außer an das CI der Agentur. Die Coperate Identity, also quasi das Auftreten nach außen hin. Doch mit den Designs der Flyer, Visitenkarten, Homepages & Co. konnte ich mich nicht nur ziemlich schnell abfinden, es hat mir von Beginn an richtig gut gefallen.
Ich trage es von Herzen nach außen!

Natürlich plagten meinen Mann und mich die Sorgen, ob sich die hohe Investition mit Franchisegebühren und Co. rentieren würden, ob ich mich am Markt positionieren könnte und auch, ob die Kinder mitspielen würden mit dieser Veränderung. Aber: wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Die Alternative, irgendwo eine Teilzeitkraft zu werden, ohne Verantwortung und ohne interessantem Aufgabenfeld, ließ uns Gott sei Dank relativ schnell die richtige Entscheidung treffen.
Relativ schnell waren Rechtliches, Gebühren und Co. erledigt, ich bekam meine eigene Homepage, die ich nach Wünschen und Belieben mit Texten und Infos füllen durfte. Auch die Flyer und Visitenkarten hatte ich bald und konnte kurz danach mit den Recherchen beginnen.

Heute, erst 3 Monate nach Vertragsabschluss und unzähligen Stunden Arbeit tags und nachts (der Anfangseuphorie geschuldet ☺ ), darf ich mich bereits über ein großes Repertoire an Dienstleistern & Locations freuen und über meine ersten 3 Brautpaare für kommendes Jahr.
Täglich kämpfe ich mit Texten für genügend Content, um im Google-Ranking bei der Suche nach Hochzeitsplanern in München ganz oben zu bleiben.  Ständig suche ich nach neuesten Trends im Bereich Wedding. Außerdem liegt es nun ganz an mir, welche Investitionen sich für die Messen lohnen, wieviel Geld ich in Werbung investiere, wie hoch meine Abschlussquoten sind… Es stimmt wirklich: Selbst und Ständig.
Endlich habe ich die Freiheit, alles eigens zu entscheiden und mir meine Zeit einzuteilen. ABER es bedeutet auch, dass ich alleine die Verantwortung dafür trage, ob ich am Ende des Monats mit Plus oder Minus die Bilanz ziehe. Es bedeutet, dass ich ganz alleine Schuld am Scheitern und Stolz bei Erfolg trage. Auch das alles wird mir nun erst im Zuge des Selbstständigen-Daseins immer mehr bewusst.
Und während ich versuche, alles zu geben, um mich am Markt zu etablieren, bleibt immer noch die Angst im Nacken, zu wenig Zeit mit den Kindern zu verbringen, dass Wäscheberge sich gegenseitig begraben, die Staubschichten hinter den Schränken immer höher werden, oder dass ich private Termine einfach verschwitze.
Ich bin unendlich dankbar für diese Chance! Unglaublich glücklich über die Möglichkeit, dennoch ist und bleibt es ein schweißtreibender Akt des Jonglierens: eine gute Mutter und der eigene Chef zu sein.

 

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