Das Mysterium der Tupperschüssel

(Foto: mediabroadway  / pixelio.de)

Ich weiß noch recht genau, in jungen Jahren fand ich Tupperschüsseln wahnsinnig spießig. Zusammen mit Tragetaschen, Mützen und dem Wetter angepasste Kleidung … Wer brauch denn sowas?

Auch im angehenden Erwachsenenalter von Anfang zwanzig habe ich viele Dinge noch der eigenen, oft sinnlosen Eitelkeit geopfert.
Bei Lidl einkaufen? Klar, aber bitte so, dass es keiner sieht.

Je älter ich wurde, desto mehr war mir die Meinung meiner Mitmenschen egal. Was jetzt nicht bedeutet, dass ich Leute auf der Straße anpöbeln muss, weil mir ihr Gesicht nicht gefällt. Sondern ich steh einfach zu dem, was ich mache. Und wenn die Anderen tuscheln wollen, nur zu!
Wobei der Kauf beim Discounter wohl mittlerweile mehr als massentauglich ist. Aber in jungen Jahren denkt man da ab und an noch anders.
Heute ist es ganz klar so:Ich ziehe eine ruinierte Frisur in der Arbeit, kalten Ohren eindeutig vor. Als Mutter kann man schließlich schon froh sein, wenn die Hose fleckenfrei die ersten 30 min des Tages übersteht. Und wenn das Discounterlogo auf meiner Einkaufstasche prangt, was soll‘s? Wenigstens ist sie wiederverwartbar und nimmt alles dankbar auf. Milchtütel aus dem Laden, wie Kartoffeln vom Markt.

Das Mysterium um die Tupperschüsseln begleitete mich da noch etwas länger. Ihr Sinn wollte sich mir einfach nicht erschließen. Wenn ich Lust auf etwas Warmes hatte, kochte ich mir etwas, oder vielmehr bestellte. Also, warum Plastikdosen in allen Formen und Farben? Das war doch eindeutig etwas, was ältere Frauen hatten und damit noch Lebensmittel aus der Vorkriegszeit in ihrer Kühltruhe lagerten.

Viele Mütter werden jetzt schmunzeln. Schon mal versucht Kind, Arbeit und ein warmes Abendessen unter einen Hut zu bekommen? Samstag in der spärlichen Zeit zwischen Toilette putzen und wischen noch etwas Essbares auf den Tisch zaubern?
Genau, dafür sind sie! Diese ach so praktischen, plötzlich gar nicht mehr so spießigen Plastikhilfen. Das ich erst einmal Mama werden musste, um das zu merken.

 

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